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Überflüssige Rückenoperationen vermeiden: Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie bietet sanfte Alternativen zum Skalpell an

In Deutschland wird an Rücken, Knien und Hüfte zu schnell und zu viel operiert, darin sind sich fast alle Experten einig. Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Marienhospitals bietet bei Erkrankungen des Rückens seit Oktober 2017 eine weitere Alternative zur Operation an. Die Abteilung arbeitet dabei in Anlehnung an das ANOA-Konzept.

Dr. Judith Podszun bei einer osteopathischen Behandlung: In Kombination mit anderen Behandlungsverfahren lassen sich damit oft Operationen vermeiden.

Dr. Judith Podszun bei einer osteopathischen Behandlung: In Kombination mit anderen Behandlungsverfahren lassen sich damit oft Operationen vermeiden.

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

An der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie sind neun Fach- und zehn Assistenzärzte tätig. Die Abteilung verfügt über 70 Betten auf drei Stationen und behandelt jährlich rund 2500 Patienten stationär und 15 000 ambulant.

Zu den Behandlungschwerpunkten der Abteilung gehören: Akutversorgung von Unfallverletzungen des gesamten Stütz- und Bewegungsapparates, künstlicher Ersatz von Hüft-, Schulter-, Knie- und Ellenbogengelenken, Wirbelsäulenchirurgie, Therapie von Verletzungen betagter Patienten und die Behandlung auch schwerster Brandverletzungen. Neben der operativen Therapie legt die Klinik Wert auf eine interdisziplinäre Behandlung.

Als einzige entsprechende Fachklinik im Land ist dort auch eine internistische Altersmedizinerin tätig. Denn bei betagten Patienten ist es nicht nur wichtig, etwa die Folge eines Sturzes operativ zu behandeln. Vielmehr müssen auch Begleiterkrankungen so therapiert werden, dass der Patient nach dem Klinik- und dem meist anschließenden Rehaufenthalt in seine gewohnte Umgebung zurückkehren kann.

Das ANOA-Konzept heißt so, weil es von der „Arbeitsgemeinscha für nicht-operative orthopädische Akutkliniken“ entwickelt wurde. Professor Dr. Ulrich Liener, der Ärztliche Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Marienhospitals betont: „Als größte unfallchirurgische Klinik in Stuttgart operieren wir selbstverständlich immer, wenn es erforderlich ist. Aber in manchen Fällen bekommt man Schmerzen und Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparates ohne Operation besser in den Griff.“ Hartnäckige anhaltende Rückenschmerzen etwa ohne Operation zu behandeln, erfordere aber Zeit, oft großen personellen Aufwand und speziell weitergebildete Mediziner.

Ganzheitliche Medizin
Professor Liener selbst, sein Oberarzt Dr. Stefan Reichert und die Assistenzärzte Dr. Judith Podszun sind Unfallchirurgen und Orthopäden. Alle drei haben sich aber in der nichtoperativen Orthopädie weitergebildet. Dr. Podszun zum Beispiel beendet 2018 ihre fünfjährige Weiterbildung zur Diplom-Osteopathin und strebt danach auch noch den international anerkannten Masterabschluss an. Oberarzt Dr. Stefan Reichert hat eine ärztliche Weiterbildung in Physikalischer Therapie absolviert. „Zudem haben wir am Haus eine von der Größe und Ausstattung her hervorragende Abteilung für Physiotherapie, die zentraler Teil des Behandlungskonzeptes ist“, so der Ärztliche Direktor.

Einzelne Methode reicht oft nicht
„Wir wissen heute, dass bei jemandem, der etwa unter Rückenschmerzen leidet, im Gehirn ganz unterschiedliche Areale aktiviert werden“, sagt Assistenzarzt Sebastian Geserick, der gerade eine Fortbildung in manueller Therapie absolviert. Daher müssten bei der Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates mehrere Methoden angewendet werden, um Erfolg zu haben. Eine Wirbelsäulenoperation allein zum Beispiel bringe oft nicht die erhoffte Schmerzlinderung. Fast alle über 60-jährigen Patienten haben degenerative Veränderungen, also Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule. „Manche Menschen spüren davon gar nichts. Andere, bei denen man als Ursache ihrer Rückenschmerzen ein Wirbelsäulenproblem vermutet, leiden aber auch nach einer Operation weiter unter Schmerzen", so Dr. Podszun.

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, unter Leitung von Prof. Dr. Liener, bietet bei Erkrankungen des Rückens eine Alternative zur Operation an.

Häufig wird bei Rückenproblemen zu schnell operiert.
Professor Dr. Ulrich Liener, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Viele Abteilungen beteiligt
Die multimodale, ganzheitliche Behandlung von Rückenpatienten geschieht je nach Erkrankung und Patient mit einer Vielzahl von Methoden, die abhängig vom Beschwerdebild eingesetzt werden. An der Behandlung sind verschiedene Kliniken des Marienhospitals beteiligt. An Methoden stehen unter anderem Manuelle Therapie oder Chiropraktik zur Verfügung, aber auch Osteopathie, Physiotherapie, Akupunktur, Krankengymnastik, Fango, Kinesiotaping, Entspannungsverfahren, medizinische Trainingstherapie, Balneologie oder verschiedenste Verfahren der medikamentösen und nicht-medikamentösen sogenannten „speziellen Schmerztherapie“. Die beteiligten Fachexperten stammen unter anderem aus den Kliniken für Orthopädie und Unfallchirurgie, Neurologie, Psychosomatik, Radiologie und Neurochirurgie.

Aufwand für Klinik und Patienten
Die nicht-operative Behandlung ist für Patient wie Klinik aber mit Aufwand verbunden. „Der Patient muss aktiv mitmachen und beispielsweise die Bewegungsübungen, die er bei uns erlernt, auch täglich zu Hause anwenden“, so Judith Podszun. Die stationäre Behandlung dauert zwei Wochen, in denen der Patient mindestens 30 Therapieeinheiten von je 30 Minuten Dauer durchläuft. „Wir können mit unserer momentanen Kapazität zunächst nur zwei Patienten gleichzeitig nach dem nicht-operativen Konzept behandeln“, so Professor Liener. Voraussetzungen sind, dass der Patient erfolglos eine mindestens dreimonatige ambulante Therapie hinter sich hat oder dass trotz einer bereits erfolgten Operation die Rückenprobleme weiterbestehen. Wichtig ist Professor Liener, keine überzogenen Hoffnungen zu wecken: „Die Schädigungen an Rücken oder Gelenk verschwinden durch die Behandlung nicht vollständig. Aber Ziel der nicht-operativen Therapie ist es, dass der Patient von einer deutlich spürbaren Besserung seiner Schmerzen und Bewegungseinschränkungen pro tiert und seinen Alltag wieder gut meistern kann.“

Kontakt

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie/ Endoprothetikzentrum

Marienhospital Stuttgart
Böheimstraße 37
70199 Stuttgart
Sekretariat
Telefon: 0711 6489-2203
Telefax: 0711 6489-2227
unfallchirurgie@vinzenz.de

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