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Stuttgarts Straßen sind für die vier Schwestern der Kreuzgang

Das Marienhospital steht in der Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal. Das Bild der Klinik in der Öffentlichkeit wird entscheidend durch die zahlreichen Ordensfrauen geprägt, die am Haus tätig sind.
    Aber auch mitten in der Stadt sind immer wieder Barmherzige Schwestern zu sehen. Vier Ordensfrauen leben im Konvent St. Vinzenz im Haus der Katholischen Kirche. Von dem Ordensgründer, dem Heiligen Vinzenz von Paul, ist folgende Aussage überliefert: „Als Kloster habt ihr die Häuser der Kranken, als Zelle ein Mietszimmer, als Kapelle die Pfarrkirche, als Kreuzganz die Straßen der Stadt, ...“ Oft sind die Schwestern zu Fuß oder mit dem Rad in Stuttgart unterwegs. Durch ihre Tracht fallen sie auf. „Die Leute sprechen uns immer wieder auf die Schwesternschaft und das Marienhospital an“, sagt Schwester Mechta Teufel, „wir sind sozusagen das Tor zum Marienhospital.“

Leben im Konvent: vier Vinzentinerinnen im Haus der Katholischen Kirche

Das Bild des Marienhospitals Stuttgart wird durch die Ordensschwestern vom heiligen Vinzenz von Paul geprägt. Aber auch mitten in der Innenstadt sind immer wieder Barmherzige Schwestern zu sehen. Vier von ihnen leben im Konvent St. Vinzenz im Haus der Katholischen Kirche (von links): Sr. Gabriele Maria Sorg, Sr. Birgit Biegel, Sr. Mechta Teufel und Sr. Nicola Maria Schmitt vor ihrem kleinen Balkon.

Seit Gründung des Hauses der Katholischen Kirche vor acht Jahren ist dort auch der Konvent untergebracht. Vier Schwestern wohnen zur Zeit im vierten Stock des mächtigen Gebäudes direkt neben der Domkirche St. Eberhard. „Wir haben mit dem Schlossgarten einen riesigen Garten direkt vor der Haustür“, sagt Schwester Birgit Biegel lachend. Und sie erzählt, dass sie sich morgens gerne auf eine Bank beim Eckensee setzt. „Nachts können wir immer den angestrahlten Hirsch auf dem Dach des Kunstgebäudes bewundern. Wer sonst in Stuttgart hat so eine Aussicht ...“, fügt sie verschmitzt hinzu.

Obdachlose lassen sich gern im Marienhospital behandeln

Doch viel Zeit, die Aussicht zu bewundern, haben die vier Ordensfrauen nicht. Schwester Nicola Maria Schmitt, viele Jahre Pflegedirektorin im Marienhospital, arbeitet im Informationszentrum des Hauses der Katholischen Kirche. Schwester Mechta Teufel hat gleich drei Jobs: Sie ist nicht nicht nur bei der Bahnhofsmission und einem Tagestreff für Obdachlose im Einsatz, sondern engagiert sich auch noch bei „La Strada“, einem Café für Prostituierte. Auch Sr. Birgit Biegel ist in der Bahnhofsmission tätig. Sr. Gabriele Maria Sorg pendelt zwischen Untermarchtal und Stuttgart. Als Generalrätin der Barmherzigen Schwestern muss die 59-Jährige immer wieder Aufgaben im Mutterhaus wahrnehmen. In Stuttgart arbeitet sie als Ergotherapeutin im Marienhospital. „Dadurch bekomme ich immer wieder mit, dass die Patienten Vertrauen in die Pflege und zu den Ärzten haben“, freut sich sie sich. Sr. Mechta Teufel hat die Erfahrung gemacht, dass Obdachlose sich gerne im Marienhospital behandeln lassen. „Sie erzählen mir immer wieder, dass sie dort gut behandelt werden.“ Die 77-Jährige kennt viele Obdachlose und Prostituierte, die nach dem Krankenhausaufenthalt das Patientenband am Arm lassen, bis es von selbst abfällt. „Es ist so zu sagen das Freundschaftsband mit dem Marienhospital.“ Sr. Birgit Biegel, 59, erzählt von einem Obdachlosen aus Pforzheim, der im Marienhospital am Herz behandelt wurde. Eine Krankenhausseelsorgerin hat nach seiner Genesung die Zugfahrkarte nach Pforzheim übernommen. Die Mitarbeiter der Bahnhofsseelsorge haben sich vor der Abfahrt um ihn gekümmert. Sr. Birgit Biegel: „Der Mann war so glücklich und zufrieden über die Betreuung im Marienhospital.“

Viele spannende Gespräche und Begegnungen

Die vier Schwestern sind viel in der Stadt unterwegs. „Dadurch haben wir viele unterschiedliche Erlebnisse – freudige und schwierige. Wir nehmen an den Sorgen der Menschen teil“, sagt Sr. Nicola Maria Schmitt. Auch bei ihrer Arbeit im Informationszentrum im Haus der Katholischen Kirche hat die 56-Jährige viele Begegnungen. „Für Gläubige ist es wichtig, mit Gläubigen zu reden. Ich habe viele spannende Gespräche mit Muslimen.“ Besonders freuen sich die Ordensfrauen über ein Erlebnis mit einem obdachlosen Mann, der im Sommer immer auf einem Steinmäuerchen im Oberen Schlossgarten sitzt. Der Obdachlose hat Sr. Mechta Teufel vor kurzem fünf Euro geschenkt – einfach so. „Er wollte mir etwas Gutes tun, weil wir immer für ihn und andere Menschen da sind.“ Der Mann beauftragte Sr. Mechta Teufel, für das Geld Schokolade zu kaufen – für die Schwestern und für arme Kinder.

Leben wie in einer Wohngemeinschaft

Die Ordensfrauen fühlen sich wohl in Stuttgart. „Unser Konvent ist eine kleine Wohngemeinschaft. Wir müssen uns absprechen, wer kocht oder einkauft. Alles ist sehr persönlich hier“, erzählt Sr. Gabriele Maria Sorg. Sie genießt das kulturelle Leben, die lebendige Stadt und, dass sie mit dem Rad zur Arbeit ins Marienhospital fahren kann. Sr. Nicola Maria Schmitt empfindet es als Luxus, dass es direkt nebenan in der Domkirche St. Eberhard jeden Tage zwei Gottesdienste mit „superguten“ Predigten und wunderbarer Kirchenmusik gibt. „Wir haben hier einen sehr hohen Lebensstandard.“ (as)

Kontakt

Konvent St. Vinzenz

Haus der Katholischen Kirche
Königstraße 7
70173 Stuttgart
www.hdkk-stuttgart.de

Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul

Margarita-Linder-Straße 8
89617 Untermarchtal

Telefon: 07393 30-0
Telefax: 07393 30-560
kontakt@untermarchtal.de
www.untermarchtal.de

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