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„Ihr Betreuungsaufwand ist deutlich höher. Als Pflegekraft trägt man heute von Anfang an viel Verantwortung“, ergänzt ihr Kollege Christoph Driller. Doch genau das mache den Beruf auch so vielseitig und spannend, bestätigen beide. Neues Arbeitszeitmodell Und auch Stillstand gibt es nicht. „Um unsere Pflegekräfte weitgehend zu entlasten und zugleich unseren Patienten die beste Versorgung zu bieten, müssen wir uns immer wieder anpassen“, sagt Pflegedienstleiter Jan Daubenspeck. So wurde im Jubiläumsjahr auf Anregung der Pflegekräfte und mit Unterstützung der neuen Geschäftsführung ein neues Arbeits- zeitmodell eingeführt. Pflegekräfte arbeiten nun elf Stunden am Tag oder zwölf Stunden in der Nacht, was längere freie Zeiträume ermöglicht. „Das gibt uns die Chance, besser zu regenerieren und hat die Arbeitsbelastung spürbar reduziert“, erklärt Jessica Ziegler-Freymuth. „Das tut nicht nur uns gut, sondern auch den Patienten, weil wir ausgeruhter und konzen- trierter arbeiten können.“ Attraktive Arbeitsbedingungen, starke Pflege Die Arbeit auf der IMC ist mit ihren vielfältigen Aufgaben und besonders auch aufgrund des innovativen Arbeitszeitmodells für neue Arbeitskräfte attraktiv. In den 25 Jahren ihres Bestehens hat sie sich ständig weiterentwickelt, um den stei- genden Anforderungen gerecht zu werden. „Zufriedene Pflege- kräfte sind der Schlüssel zu guter Pflege, und gute Pflege ist entscheidend für die Genesung der Patienten“, resümiert Jessica Ziegler-Freymuth. Denn am Ende sind es die Menschen, die mit Leidenschaft und Hingabe ihre Arbeit leisten, die den Unterschied machen – sowohl für die Patienten als auch für das gesamte Team. Beruf mit vielen Facetten Dass der Einsatz der Pflege auf der IMC physisch genauso wie psychisch viel abverlangt, weiß Jessica Ziegler-Freymuth. Die Krankenschwester wechselte 2002 auf die damals noch junge IMC-Station und hat hier seit 17 Jahren die Stationsleitung inne. „Unsere Patienten sind sehr pflegeintensiv. Das verlangt nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch ein hohes Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen. Manchmal tritt das medizinische Geschäft im engeren Sinne dabei fast in den Hintergrund, weil die menschliche Zuwendung so viel Raum einnimmt.“ Doch nach wie vor brennt sie für ihren Beruf, der so vielseitig sei wie kaum ein anderer. „Wir sind Pflegende, Zuhörer, Berater und Trostspender, manchmal auch Frisöre oder Techniker in einem“, lacht sie. Arbeit zwischen Hochdruck und Menschlichkeit Ein typischer Tag auf der IMC beginnt früh um 7 Uhr mit der Übergabe von der Nacht- zur Tagschicht. Vier bis fünf Pflege- kräfte teilen sich die Verantwortung für bis zu 18 Patienten. Medikamente werden gerichtet, das Frühstück verteilt, die Patienten versorgt und Wundverbände gewechselt. Um 10.30 Uhr folgt die große Übergabe mit den Ärzten, die weitere Ver- sorgung und Pflege der Patienten, Mobilisierungen, Ver- legungen und neue Zuweisungen aus OP oder Aufwachraum. Bei all den unterschiedlichen Aufgaben bleibt eines für Jessica Ziegler-Freymuth essenziell: „Gute Pflege fängt immer am Patientenbett an. Besonders bei der Körperpflege kommen wir in engen Kontakt mit unseren Patienten, und das gibt uns wertvolle Einblicke in ihren Zustand und ihre Bedürfnisse.“ Und ihr Kollege Christoph Driller ergänzt: „Unsere Arbeit stärkt nicht zuletzt auch das Vertrauen der Angehörigen und das wiederum hilft den Patienten, sich sicher zu fühlen.“ Neue Herausforderungen Die erfahrene Stationsleiterin schildert die tiefgreifenden Ver- änderungen auf der IMC in den letzten Jahren: „Der Anteil älte- rer Patienten ist heute deutlich gestiegen. Früher hatten wir höchstens vier oder fünf über 70-Jährige.“ Mit der zunehmen- den Anzahl an Patienten dieser höheren Altersklasse steigt auch der Anteil derjenigen, die an Demenz oder Delir leiden. »Es gibt keinen Beruf, der so viel- seitig ist. Mit guter Pflege nahe am Patienten zu sein, trägt wesent- lich zu dessen Genesung bei.« Jessica Ziegler-Freymuth, Stationsleitung IMC »Stillstand gibt es hier nicht. Um unseren Patienten die beste Versorgung zu bieten, müssen wir uns immer wieder anpassen.« Jan Daubenspeck, Pflegedienstleiter Links: Gespräche fördern die Genesung: Stationsleitung Jessica Ziegler-Freymuth spricht mit einer Patientin vor deren Verlegung auf die Normalstation Intermediate-Care-Station Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerzmedizin Ärztlicher Direktor: Professor Dr. René Schmidt Telefon: 6489-2716 anaesthesie@vinzenz.de INFO 25 marien 01 | 2025 INTERMEDIATE CARE
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